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Der Schloßgeist von Canterville

Dramolett von Thomas O'Kiep nach der Erzählung
"The Canterville Ghost" von Oscar Wilde

"Ich bin prinzipiell gegen Übertragungen von einem Medium in ein anderes. Ich mag keine Dramatisierungen von Romanen oder Novellen (auch keine Verfilmungen, aber vor allem keine Dramatisierungen). Und ich mag sie insbesondere dann nicht, wenn der Originalautor selber auch Stückeschreiber war oder ist, also vermutlich exakt wußte, warum er aus diesem speziellem Stoff eben kein Schauspiel machen wollte, sondern einen Erzähltext. Und genau das war hier der Fall.
Ich hab's dann aber trotzdem gemacht."

THOMAS O'KIEP

Leseprobe:

1. AKT

Der ausladende Saal des Schlosses Canterville. [...] LORD CANTERVILLE und MR. OTIS stehen im Vordergrund. Sie halten jeder ein Sherry-Glas in der Hand. Etwas abseits, ein Silbertablett tragend, steht UMNEY, der Butler. [...]

LORD CANTERVILLE: Mein lieber Otis - ich habe das besondere Vergnügen, Ihnen meine Freude darüber auszudrücken, daß Sie nunmehr rechtmäßiger Besitzer von Schloß Canterville sind. Ja. Es ist mir schwergefallen, mich von diesem Haus zu trennen. Indessen - - na, lassen wir das.
   Er erhebt sein Glas
Auf Ihr besonderes - - -
OTIS: Schätze, ich habe für den Kasten hier zu viel gelöhnt, hä?
LORD CANTERVILLE: "Ge - löh - - -"? Äh - jaja. Nun denn: Cheerio!
OTIS: Cheers.
    LORD CANTERVILLE schlürft den Sherry mit feinem Genuß. OTIS kippt ihn runter und verzieht sein Gesicht zu einer süßlichen Grimasse
Schätze, Sherry, hä? Wir in den Staaten stehen sonst mehr auf Bourbon. Naja. Werd' mich schon an die - -
    Er sieht sich nach dem Butler um. Der tritt ohne Eile hinzu. OTIS setzt ihm sein Glas aufs Tablett.
fossilen Rituale hier gewöhnen was?

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